SBM 2019

Viele Sieger, urige Atmosphäre und allerhand Interessantes

Rund 200 Fahrer, Offizielle, Vereinsmitglieder und Fans feierten bei der SBM-Ehrung im Abensberger Weißbierstadl Kuchelberger bis weit in die Nacht hinein. Zu Wort kamen bei der Feier unter anderem auch jene, die dem Sport schon lange verbunden sind. So sprach beispielsweise Bahnsportlegende Georg Hack über die Unterschiede zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und betonte die Bedeutung des Faktors Spaß.

67 Motorsportler, 23 Veranstaltungen, acht Klassen, eine Saison – auch in diesem Jahr hieß es beim Ehrungsabend der Süddeutsche Bahnrennen Veranstalter (SBM) wieder Bilanz zu ziehen und die Besten auszuzeichnen. Mit dem Weißbierstadl Kuchelbauer hat sich der veranstaltende MSC Abensberg eine ganz besondere und urige Lokalität ausgeguckt, um einen besonderen Rahmen würdigen Rahmen zu schaffen. Nicht zu kurz ist dabei auch die Geselligkeit gekommen: Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden.

1976 in Karlsruhe gestartet, festete die große Bahnsportfamilie aus dem Süden 2019 zum 44. Mal. Es war Joachim Ohmer, stellvertetender SBM-Vorsitzender, der nicht nur an die Historie, sondern auch daran erinnerte, dass es im Bahnsport nur im engen Zusammenspiel zwischen Fahrern, Veranstaltern und auch Fans funktioniere. „Für manche ist es einfacher, in den sozialen Netzwerken Kritik zu üben“, sagte er. Allen, die dort schreiben, bat er, sich an Veranstaltungen zu beteiligen: „Es ist einfach, mitzuwirken. Vielleicht sieht man das eine oder andere dann auch aus einer anderen Sicht.“ MSC Abensberg-Vorsitzender Dominic Pecher und Moderator Bruno Zott ließen die inzwischen 91-jährige Geschichte ihres Vereins, den Bahnbau, bedeutende Veranstaltungen und Erfolge der heute noch bekannten, prominenten Sportler wie Josef „Wack“ Hofmeister Revue passieren. Dabei blieben auch die Schwierigkeiten des Vereins nicht unerwähnt: „Früher war die Bahn außerhalb. Heute ist sie in der Stadt und um uns alle herum.“ Dies erläutert auch die begrenzte Nutzungsmöglichkeit.

Dass der MSC Abensberg zumindest politischen Rückhalt genießt, ging aus den Reden von Landrat Martin Neumeyer und Dr. Bernhard Resch, Zweiter Bürgermeister der Stadt Abensberg, hervor. Sie untermauerten in ihren Reden die Bedeutung des Speedwaysports und des MSC Abensberg für die Region und die Stadt. Dann überreichten Funktionäre, Offizielle und besondere Gäste die Pokale. Unter ihnen war auch Bahnsportlegende Georg Hack, der auch auf die Frage antwortete, was sich zwischen seiner aktiven Zeit und der Gegenwart verändert habe. „Das Ganze ist sehr schwierig geworden“, sagte Hack. Er sei früher auf Wiesen Motorrad gefahren, dort von Albert Seitz vom ACL entdeckt und zum Probetraining auf ein Maisfeld eingeladen worden: „Heute ist alles viel professioneller geworden. Die sind heute Vollprofis – und dabei erst in die Schule gekommen.“ Junioren und deren Eltern gab Hack den Tipp: „Immer Spaß haben und schauen, dass der Spaß auch erhalten bleibt. Aus dem Spaß kommt Leistung.“ In der Nachwuchsförderung sei man aber auch nicht nur unterwegs, um „Spitzensportler zu erzeugen.“

„Ich will meinen WM-Titel zurück“, erklärte der diesjährige Langbahn-Vizeweltmeister Martin Smolinski. Er dankte den Funktionären dafür, dass sich Langbahn- und Speedway-WM im kommenden Jahr nicht überschneiden. Bekanntlich ist Smolinski im zweiten Wettbewerb erster Nachrücker – mit guter Aussicht auf Einsatz. Er erwähnte auch, wie schwierig es sei, als erster Reservist mit einem voraussichtlichen Budget von 100000 bis 150000 Euro zu planen und Sponsoren zu mobilisieren. In den Pausen beeindruckte Carina Obermeier von „Polesition“ akrobatisch an einem schwebenden Ring und an der Stange. Wer wollte, konnte sich auch an zahlreichen Bilder einer Fotodokumentation und damit Erinnerungen an Bahnsporthöhepunkte aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erfreuen. Für die musikalische Umrahmung sorgte DJ Dominik Faltermann. Gegen 22 Uhr ging die Ehrung mit dem von Joachim Ohmer ausgesprochenen Satz: „Die Bar ist eröffnet“ dann in den geselligen Teil über.

Ansparplan in Sachen künftige APD-Finanzierung steht

18 Vereinsvertreter und knapp 50 Einzelpersonen sind bei der SBM-Tagung Mitte November in Abensberg dabei gewesen. Zu erfahren gab es unter anderem von Änderungen der Verbände, die Auswirkungen auf die kommende Saison haben. Unter anderem kippt auf der Langbahn die Drei-Minuten-Regel. Josef Frohnwieser bleibt für weitere zwei Jahre Vorsitzender der SBM.

Es läuft. So lässt sich das beschreiben, was aktuell in Sachen APD für SBM/NBM Stand ist. Die durch die ADAC Stiftung möglich gewordenen, neuen Airfence wurden 2019 laut dem für die Verleihung zuständigen Heiko Zeiter insgesamt 24 Mal ausgeliehen und erfolgte weitgehend ohne Probleme. Dennoch machten sich beide Verbände bei ihren Sitzungen für die Zeit nach Auslaufen der Homologation Gedanken. Voraussichtlich müssen im Jahr 2026 wieder neue APD angeschafft werden, die bis dahin rund 160000 Euro kosten dürften Dafür gibt es nun einen Ansparplan, den beide Verbände einhellig billigten. Vereine, die die APD nutzen, zahlen nun vorerst pro Jahr 600 Euro, Vereine, die aus baulichen Gründen keine Airfence benötigen, 400 Euro ein. Jährlich soll geprüft werden, ob die Summe angepasst werden muss oder soll, um die Zielsumme letztlich zu erreichen.

Einen breiten Raum nahmen bei der Sitzung der süddeutschen Veranstalter auch die von Christian Froschauer, SBM-Beisitzer UEM und Sicherheit, vorgetragenen Veränderungen ein. Dazu gehört unter anderem, dass es sowohl im Speedway als auch auf der Langbahn bei den Grand Prix wieder feste Punkte für eine Platzierung geben wird. Neu ist ebenfalls, dass sowohl international als auch national die Drei-Minuten-Regel auf der der Langbahn abgeschafft wird. Ab 2020 gelten dann auch dort nur noch zwei Minuten, um als Solo- oder Seitenwagenfahrer startbereit zu sein. Ebenso ab kommendem Jahr werden auf WM- und EM-Ebene Drehzahlbegrenzer Pflicht (Ausnahme: Eis und Seitenwagen). Und: Schalldämpfer müssen ab 2020 ein Produktionsdatum aufgestempelt haben und können dann vier Jahre verwendet werden. Ab 2021 ist diese Regelung auch im Bereich des DMSB verpflichtend. Froschauer appellierte an die Vereine, wieder offene U21-Läufe auszuschreiben. Denn: „Bei der U21-Meisterschaft wird die Quali über die SBM/NBM wieder aufgenommen.“ Mit einem klassischen 16er-Feld wird dann die Meisterschaft ausgetragen. Im Süden werden in der U21-Alterklasse 2020 versuchsweise auch die Ergebnisse des Bayern-Cups mit in die SBM-Wertung einbezogen.

Auf den 1. März vorgezogen wird künftig bei der SBM das Datum des Anmeldeschlusses der Veranstalter. Vorsitzender Josef Frohnwieser erinnerte daran, dass das Streichen einzelner Klassen jederzeit, ein Nachmelden allerdings nicht möglich ist. Die turnusgemäßen Wahlen brachten folgende Ergebnisse: Josef Frohnwieser bleibt auch in den kommenden beiden Jahren Vorsitzender der SBM. Auch Klaus Dudenhöffer wurde als Schatzmeister in seinem Amt bestätigt. Gleich bleibt auch die Besetzung der Beisitzer im Jugend- und Juniorenbereich (Nadine Bärmann) und Printmedien (Manuel Koch) sowie des Kassenprüfers (Heiko Zeiter). Als Verbindungsperson zwischen Aktiven und SBM erneut gewählt wurde Tim Scheunemann.