SBM Frühjahr 2022

APD-Ansparplan eines der Themen

der SBM-Tagung

Nach zwei Jahren und vier Monaten kamen Mitte März in Haunstetten erstmals wieder die Vertreter der Süddeutschen Bahnrennen Veranstalter (SBM) zusammen. Neben Wahlen, Rückblick und Kassenlage standen auch der Airfence-Verleih und die Neuanschaffung von APD im Jahr 2026 im Mittelpunkt. Bei der erstmals wieder möglichen Präsenzveranstaltung waren 14 Vereine vertreten.

„Bleibt optimistisch und gesund“ – mit diesen Worten beendete SBM-Vorsitzender Josef Frohnwieser die Sitzung der Vertreter aus dem Süden. Nur zwei je Verein waren zugelassen, um in immer noch von hohen Inzidenzahlen begleitenden Zeiten Ansteckungen möglichst zu vermeiden – und dennoch die Vereine über all das zu informieren, was in den vergangenen beiden Jahren geschehen ist und 2022 geschehen soll. Rein sportlich gesehen ist, von vereinzelten Rennen und Trainings abgesehen, in den Jahren 2020 und 2021 nicht allzu viel passiert. Und dennoch gab es bei einem Rennunfall auch verletzte Funktionäre, was Frohnwieser zu den Worten an die Veranstalter bewegte: „Achtet darauf, dass im Innenfeld nur diejenigen sind, die dort auch wirklich was verloren haben.“

Dass die überwiegend rennsportlose Zeit nicht nur Negatives mit sich brachte, dafür stand die Äußerung von AMC Haunstetten-Vorsitzendem Erich Scheunemann Pate: „Wir haben Zeit gehabt, verschiedene Bau- und Umbaumaßnahmen zu machen und viel geschafft, was für die nächsten Jahre wichtig ist.“ Verschiedene Wortbeiträge zeigten auch, dass es durch die geringeren Ausgaben und die teilweise eingegangenen, staatlichen Unterstützungszahlungen in den Vereinskassen gar nicht einmal so schlecht aussieht – zumindest bei einigen Vereinen. Dies lässt sich auch für die SBM selbst nach den Berichten von Schatzmeister Klaus Dudenhöffer sagen: Nach einem negativen Ergebnis für das Jahr 2020, gab es für 2021 ein kleines Plus. Eine SBM-Wertung 2021 konnte durch den Bayern-Cup im Übrigen auch vollzogen werden, allerdings nur in den Juniorenklassen. SBM-Sieger sind Franziska Kober (Junioren A), Tim Widera (Junioren B), Patrick Hyjek (Junioren C) und Celina Liebmann (U21). Ihnen wurden die Pokale zugesandt.

Einen breiten Raum haben bei der SBM-Tagung die APD (Additional Protective Device/ deutsch:
zusätzliche Schutzeinrichtung) eingenommen. 2019 mit großer, finanzieller Unterstützung der ADAC-Stiftung angeschafft und erstmals eingesetzt, läuft die Homologation der Luftkissen mit großer Wahrscheinlichkeit Ende 2025 aus. Für die Zeit ab 2026 hatte man schon bei den Herbstversammlungen 2019 im Norden und Süden Ansparpläne für neue Airfence geschaffen, die allerdings coronabedingt in den beiden vergangenen Jahren nicht umgesetzt wurden. Nun also gibt es eine Deckungslücke. Dieser will man vonseiten der SBM so begegnen, dass die Veranstalter 2022 eine Zahlung im Frühjahr und eine weitere zum Jahresende leisten. Momentan sind dies Beträge in Höhe von 600 Euro (je veranstaltendem Verein, der APD ausleiht), 400 Euro (je veranstaltendem Verein, der keine APD benötigt) und 150 Euro als Solidaritätsbeitrag (je veranstaltendem Verein, der selbst APD besitzt). 2020 wurden laut dem APD-Beauftragten der SBM, Heiko Zeiter, die APD zweimal, 2021 viermal verliehen. Inzwischen ist die APD-Organisation und -Verleihung an Werner Rinkenburger (MSC Werlte) und damit wieder an den Norden übergegangen.

Christian Froschauer, SBM-Beisitzer DMSB/ FIM, informierte über Veränderungen im Bereich der Verbände. Unter anderem ging es dabei um die Gremienreform beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB), die mit der Auflösung aller Fachausschüsse einhergeht. Zwar behält der DMSB die Sporthoheit, der Bereich Bahnsport wird allerdings, wie auch andere Disziplinen, an einen Bewerber delegiert. Das bedeutet: Der noch zu bestimmende Bewerber wird ab 1. Januar 2023 den Sport organisieren und verwalten. Wer das sein wird, entscheidet sich laut Froschauer voraussichtlich im November. Veränderungen gibt es auch im Speedway Grand Prix (SGP): Künftig wird es nur noch um Platz eins ein Stechen geben. Der SGP wird, so Froschauer, künftig von Discovery Channel in Zusammenarbeit mit Eurosport vermarktet und mehr TV-Präsenz bekommen. Analog der Moto GP werden künftig die Einzelwettbewerbe SGP, SGP 2 (bisher U21 WM), SGP 3 (bisher 250ccm-WM) und SGP 4 (zukünftig neuer Wettbewerb mit Einheitsmotorrad) gestaltet. Bei der Speedway of Nations (SoN) wird die komplette Serie an einem Veranstaltungsort innerhalb von fünf Tagen ausgetragen und das Preisgeld deutlich erhöht.

Frohnwieser appellierte erneut an die Vereine, Nachwuchs zu fördern und ihm auch die Langbahn schmackhaft zu machen: „Die Entwicklung bereitet mir Sorgen.“ Wichtig sei es auch, Juniorenklassen bei offenen Rennen anzubieten. Die SBM unterstützt mit einem finanziellen Beitrag einen Trainingslehrgang in Herxheim. Bei den Neuwahlen gab es durchweg ein einstimmiges Votum. Die Hälfte des Vorstandes wurde für ein, die andere für zwei Jahre gewählt. Wahlleiter Uwe Hofbauer konnte folgenden Personen zur Wieder- oder Neuwahl gratulieren: Zweiter Vorsitzender: Joachim Ohmer, Schriftführerin: Susi Weber, Beisitzer Internet: Thomas Gallus, Beisitzer FIM/ DMSB: Christian Froschauer, Fahrersprecher: Tim Scheunemann, Kassenprüfer: Heiko Zeiter (alle für ein Jahr), Erster Vorsitzender: Josef Frohnwieser, Schatzmeister: Klaus Dudenhöffer, Beisitzer Jugend: Sascha Dörner, Beisitzer Printmedien: Manuel Koch, Kassenprüfer: Gerald Schmidbauer (alle für zwei Jahre). Einiges an Zeit verblieb dieses Mal auch für Fragen wie beispielsweise jener nach einem Hygienekonzept auch für die nun kommende Saison. „Wenn man eines hat, muss es zur Veranstaltung selbst auch aktuell sein“, sagte Frohnwieser. Er empfahl den Veranstaltern angesichts einer steigenden Inflation und bereits vorhandenen oder angekündigten Preissteigerungen in nahezu allen Bereichen auch eine Neukalkulation und Preisanpassung ihrer Eintritts- und Verzehrpreise: „Es geht um die Wirtschaftlichkeit der Vereine.“ Die SBM-Herbstversammlung samt einer dann hoffentlich wieder möglichen Ehrung soll Mitte November wieder in Haunstetten stattfinden.

BU: Sie bleiben weiterhin Teil des SBM-Vorstandes: von links Klaus Dudenhöffer (Schatzmeister), Josef Frohnwieser (Vorsitzender), Joachim Ohmer (Stellvertretender Vorsitzender) und Christian Froschauer (Beisitzer DMSB/FIM).

BU: Nach der erneuten Absage im November konnte die SBM-Tagung nun unter 3G-Bedingungen und mit je nur maximal zwei Vertretern je Verein in Haunstetten über die Bühne gehen.

BU: Uwe Hofbauer vom RSC Pfarrkirchen leitete die Wahl, die für die Hälfte des Vorstandes im November 2022 und für die andere Hälfte im Herbst kommenden Jahres enden wird.

BU: Start und Ziel: Die ADAC-Beflaggung im Veranstaltungsraum ist gleichzeitig auch für viele Vereine Motto: Viele starten nun wieder mit dem Ziel einer „normalen“ Saison – mit oder trotz Pandemie und Krieg in der Ukraine.